Ganzheitlich Integrative Atemtherapie

ich atme, also bin ich

Mit einem Einatem nehmen wir als Baby Kontakt mit dieser Welt auf – mit einem Ausatem verlassen wir sie wieder.

Während unseres Lebens atmen wir pausenlos ein und aus  – mal etwas schneller, mal etwas langsamer – mal halten wir die Luft für eine kurze Zeit an, mal entlassen wir sie mit einem tiefen Seufzer aus unserem Körper. Wir entwickeln im Laufe der Zeit unseren ganz persönlichen Atemrhythmus. Dieser Atemrhythmus gehört zu uns, wie zum Beispiel unsere Handschrift, unsere Haltung oder unsere Art zu sprechen uns ausmachen.

Gewisse Atemmuster entwickeln sich aufgrund eines körperlichen oder emotionalen  Leidens bereits von der Geburt weg. Es kann sein, dass sich das körperliche Leiden zwar verändert hat, dass wir das dazugehörige Atemmuster jedoch beibehalten haben.

In der Atemtherapie geht es unter anderem darum,  solche Atemmuster, die das Wohlbefinden beeinträchtigen oder die zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr adäquat sind, wahrzunehmen und wenn sinnvoll zu verändern.

Ein anderer Fokus liegt darauf, zu unbeatmeten Räumen im Körper Kontakt aufzunehmen und sie mehr und mehr zu integrieren. In einem guten therapeutischen Kontakt vertieft sich die Atmung, die Körpergrenzen weiten sich und werden durchlässiger. Es entsteht eine Wohlspannung, die wir in der Fachsprache Eutonie nennen. Dieser Zustand vermittelt der Klient/In das Gefühl von Zufriedenheit, von Raum, Ruhe und Gelassenheit.

 

Atmung als Diagnostikum für inneres und äusseres Wohlbefinden

Unsere Atmung ist ein hochkomplexes Sensorium, das mit allen Organen und Steuerfunktionen des Körpers in einem steten Zusammenhang ist und über vegetative und sensorische Afferenzen mit der Innen- und Aussenwelt in Verbindung steht.

So können nicht nur alle gefühlsmässigen, durch Aussenreize oder durch  innere Vorgänge entstandenen Einflüsse die Atmung verändern, sondern die verschiedenen Atemkurven können umgekehrt auch als Diagnostikum für verschiedene Gefühls- und Seinszustände eingesetzt werden.  Und obwohl wir alle unseren ganz persönlichen Atemrhythmus haben, der uns begleitet, sind wir uns einig, dass eine Atemkurve im gestressten Zustand anders aussieht als die im Ruhezustand eines Menschen.

Im täglichen Leben  sind wir uns unserer Atemmuster oft nicht bewusst. Wir realisieren nur, dass wir z.B. kurzatmig, verspannt oder gestresst sind. Oft reagiert der Körper intuitiv mit Alarmbereitschaft und somit mit schneller, oberflächlicher Atmung, weil diese Alarmbereitschaft zwar irgendwann im Leben notwendig war, diese Reaktion jedoch jetzt nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation passt und uns somit eher behindert als hilft.

Da wir die Atmung jedoch auch selber steuern können, besteht ein grosses Potenzial, uns über die Atmung bewusst zu beruhigen, zu aktivieren oder im Kontakt mit unserm Körper bleiben zu können und so neue Atemverhalten lernen

 

An wen richtet sich die Atemtherapie

Integrative Atemtherapie richtet sich an Menschen  mit Atembeschwerden wie Asthma, Allergien oder Kurzatmigkeit.chronischen Schmerzen, an Menschen mit Verspannungen,

Sie ist aber auch geeignet für Menschen, die unter Stress oder Antriebslosigkeit leiden.

Während der Schwangerschaft ist Atemtherapie eine ideale Vorbereitung auf die Geburt.

 

Wie begleite ich Menschen in der ganzheitlichen Atemtherapie?

In der ganzheitlichen Atemtherapie begleite und unterstütze ich Menschen einerseits darin, mit ihrer Atmung vertraut zu werden, sie wahrnehmen zu lernen und anderseits zu erkennen, wo unbewusst gesteuerte Atemmuster die Lebensqualität beeinträchtigen.

Ich unterstütze die Klienten auf der Massageliege mit atemunterstützenden Griffen, mit Dehnen und Lockern, mit zentrierenden Streichungen oder mit entspannendem Schwingen in der emphatischen Begleitung der Körperwahrnehmung. Personenspezifische Atem- und Wahrnehmungsübungen für den Alltag unterstützen den Prozess.

Wichtig bei dieser Arbeit ist einerseits meine Intension als Therapeutin, den Fokus nicht nur auf einzelne Atemkurven oder Muskelgruppen zu legen und zu behandeln, sondern sich auf die behandelte Person als ganzen Menschen mit ihrem Körper, ihren Gewohnheiten und ihrem Wesen einzulassen.

Die Klient/In wird stets zur Mitarbeit eingeladen; das heisst, sie beteiligt sich an der Therapie mit ihrer eigenen Körperwahrnehmung, mit ihrer Atmung und ihrem sprachlichen Ausdrücken von auftretenden Gefühlen oder Bildern aktiv am Geschehen.

Aus diesem Lauschen und Einlassen auf sich und den Moment kristallisieren sich echte Bedürfnisse heraus und die Klient/In erfährt und weiss, was sie braucht, was ihr gut tut.

Gespräche am Anfang oder am Schluss einer Sitzung helfen, Erlebtes zu integrieren, sie auf Alltagssituationen zu transferieren und sich Veränderungen auf einer intellektuellen Ebene bewusst zu werden.